{"id":175,"date":"2018-03-04T11:02:40","date_gmt":"2018-03-04T10:02:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.myanmarmemo.com\/?p=175"},"modified":"2020-09-01T11:49:21","modified_gmt":"2020-09-01T09:49:21","slug":"paneldiskussion-zur-aktuellen-lage-in-myanmar-bilanz-nach-zwei-jahren-ziviler-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.myanmarmemo.com\/en\/2018\/03\/04\/paneldiskussion-zur-aktuellen-lage-in-myanmar-bilanz-nach-zwei-jahren-ziviler-regierung\/","title":{"rendered":"Paneldiskussion zur aktuellen Lage in Myanmar \u2013 Bilanz nach zwei Jahren ziviler Regierung"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/www.myanmarmemo.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/175\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">German<\/a>. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language.<\/p><p><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An der Universit\u00e4t Passau fand am 15. 01. 2018 eine Paneldiskussion zur aktuellen Lage in Myanmar \u2013 Bilanz nach zwei Jahren ziviler Regierung \u2013 statt.\u00a0<\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der schon seit mehreren Jahren ausgetragenen S\u00fcdostasienwoche luden die verantwortlichen Hochschulgruppen von Amnesty International Arbeitskreis S\u00fcdostasien und vom Projekt S\u00fcdostasien drei Panellist*innen des Wissenschaftsforums Myanmar (WiMya) und des Myanmar-Instituts e.V. ein. Zentrales Thema der diesj\u00e4hrigen S\u00fcdostasienwoche war die Menschenrechtslage in ausgew\u00e4hlten L\u00e4ndern S\u00fcdostasiens. So waren der Paneldiskussion am 15. 01. 2018 bereits ein Kurzfilmabend zur Todesstrafe sowie ein SOAx Talk am 10. 01. 2018 (Auftaktveranstaltung) \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Menschenrechtslage in Thailand, Myanmar, Kambodscha sowie den Philippinen und Indonesien vorausgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Paneldiskussion wurde von Herrn Prof. Dr. R\u00fcdiger Korff, Dr. Dagmar Hellmann-Rajanayagam und Herrn Rainer Einzenberger gef\u00fchrt. Moderiert wurde der Abend von Moritz Fink, einem Studierenden, der zuletzt f\u00fcr eine politische Stiftung in Myanmar gearbeitet hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ziel des Abends war es, eine Bilanz nach zwei Jahren ziviler Regierung zu ziehen. Was hat sich unter der NLD<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a>-gef\u00fchrten Regierung unter Pr\u00e4sident Htin Kyaw und der Staatsr\u00e4tin Aung San Suu Kyi seit der letzten Wahl 2015 ver\u00e4ndert? Vor diesem Hintergrund stellte der Moderator einige Leitfragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um den \u00dcbergang des lange vom Milit\u00e4r autorit\u00e4r regierten Landes hin zu einer demokratisch gew\u00e4hlten Regierung zu verstehen, schuf Prof. Dr. Korff mit wichtigen Eckdaten der Geschichte einen ersten \u00dcberblick. Fokus war dabei die Periode nach 2010, als Thein Sein als nominal ziviler Pr\u00e4sident ins Amt gew\u00e4hlt wurde. Die Regierung, die aus vielen Ex-Milit\u00e4rs bestand, stellte sich \u2013 entgegen lokaler und internationaler Erwartung \u2013 als \u00e4u\u00dferst reformfreudig heraus. So wurde u.a. das Myitsone Dammprojekt im Kachin-Staat verworfen und 2012 Nachwahlen zugelassen, an der auch die NLD teilnehmen konnte. Der eingeleitet demokratische Prozess gipfelte in freien und fairen Wahlen im November 2015, bei der die NLD eine Mehrheit errang und fortan f\u00fchrte Htin Kyaw als Pr\u00e4sident die Regierung an. Seit 2010 erlebe das Land einen rapiden Transformationsprozess, so Herr Prof. Dr. Korff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herr Einzenberger warf ein, dass die \u00d6ffnung unter Thein Sein rein \u00f6konomischen Interessen folgte und dass es durchaus zu neuen Gesetzen (beispielweise dem Investitionsgesetz oder dem Telekommunikationsgesetz) kam. Letzteres wird h\u00e4ufiger verwendet um unliebsame Journalisten wegzusperren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Dagmar Hellmann-Rajanayagam erkl\u00e4rte die Entstehung der ethnischen bewaffneten Organisationen, die sich bis heute milit\u00e4rische Auseinandersetzungen mit dem burmesischen Milit\u00e4r liefern. Sie betonte vor allem die Konflikte in Myanmars Grenzregionen, allen voran im Kachin-Staat, die medial nicht etwa so dominierend sind wie die Situation mit den muslimischen Rohingya im Nordwesten des Rakhine Staates. Herr Einzenberger veranschaulichte die gegenw\u00e4rtige Situation im Chin-Staat, eines seiner zentralen Forschungsgebiete. Es bleibt zu konstatieren, dass sich die Situation f\u00fcr ethnische Minderheiten unter der NLD-gef\u00fchrten nicht signifikant verbessert hat. Dennoch gibt es Anstrengungen wie die Panglong Peace Conference und das Nationwide Ceasefire Agreement, die um diplomatische L\u00f6sungen der andauernden Auseinandersetzungen ringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Bedeutung des Tatmadaw<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> wurde von den drei Diskutierenden beleuchtet. So stehen dem Milit\u00e4r 25% der Sitze im Ober-und Unterhaus des Hluttaws<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> zu. Weiterhin kontrolliert das Milit\u00e4r die Ministerien f\u00fcr Verteidigung, Inneres und Grenzangelegenheiten. Somit stellt es einen m\u00f6glichen \u201eVeto-Spieler\u201c im Prozess der Bem\u00fchungen der NLD um neue Gesetze dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Panellist*innen gaben auch Einblick in ihre pers\u00f6nlichen Erlebnisse in Myanmar. So erz\u00e4hlten sie von schwierigen Einreisebedingungen in Grenzregionen mancher Staaten in Myanmar. Prof. Dr. Korff erinnerte, dass man unter Umst\u00e4nden auch diejenigen Personen in Gefahr bringt, die man bei einer Forschungsreise interviewt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-177 size-large\" src=\"http:\/\/www.myanmarmemo.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Paneldiskussion-Bild-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.myanmarmemo.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Paneldiskussion-Bild-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.myanmarmemo.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Paneldiskussion-Bild-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.myanmarmemo.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Paneldiskussion-Bild-1-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer abschlie\u00dfenden Fragerunde stellten sich die Panellist*innen den Fragen der Zuh\u00f6rer*innen in der Lounge der Zentralbibliothek. Auch anwesend war Prof. Dr. Bernhard Dahm, der sich rege an der Diskussionsrunde aus dem Publikum beteiligte. Ausdr\u00fccklich lobte er die Arbeit der Hochschulgruppen, die aktiv \u00fcber die Kulturen S\u00fcdostasiens informieren und auch kritische Themen ansprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Teilnehmer*innen im Publikum signalisierten mit Handzeichen mehrheitlich, dass ihr Verst\u00e4ndnis \u00fcber Myanmar deutlich gesteigert wurde und sie auch f\u00fcr die Konflikte sensibilisiert wurden. Auch wurde ein kollektives Bedauern der Zuh\u00f6rer*innen \u00fcber die schrittweise R\u00fccknahme des Lehrstuhls f\u00fcr S\u00fcdostasienstudien ge\u00e4u\u00dfert. Wie die S\u00fcdostasienwoche eindrucksvoll gezeigt hat, ist das Interesse f\u00fcr Veranstaltungen zu den Hintergr\u00fcnden in S\u00fcdostasien sehr gro\u00df. Weiterhin sind die Kenntnisse des Lehrstuhls um Herrn Prof. Korff sehr angesehen und sorgen so f\u00fcr hohe Besucherzahlen und eine \u00fcber die Universit\u00e4t hinausgehende Reichweite. So fanden sich zu den Veranstaltungen auch viel externe Interessierte ein. Der Lehrstuhl f\u00fcr S\u00fcdostasienstudien und Aktivit\u00e4ten zum Kulturraum S\u00fcdostasien sind ein Aush\u00e4ngeschild der Universit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir danken Herrn Prof. Dr. Korff, Dr. Dagmar Hellman-Rajanayagam und Herrn Einzenberger f\u00fcr den wertvollen Einblick in die komplexe politische, sozio\u00f6konomische und gesellschaftliche Situation Myanmars und f\u00fcr ihre Expertise zu zahlreichen Themenpunkten, die an diesem Abend adressiert wurden. Wir hoffen sie bald wieder f\u00fcr eine unserer Veranstaltungen zu gewinnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>PSOA und Amnesty Int. SOA AK.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Referenten:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Siehe <a href=\"http:\/\/www.phil.uni-passau.de\/suedostasien\/wissenschaftsnetzwerke\/wissenschaftsforum-myanmar\/\">Wissenschaftsforum Myanmar<\/a> und <a href=\"http:\/\/myanmar-institut.org\/\">Myanmar-Institut e.V.<\/a><\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> National League for Democracy<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Milit\u00e4r Myanmars<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Parlament Myanmars<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in German. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. 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